| Geschichte |
Steirischer Eutergesundheitsdienst (EGD) Gegründet: 1967 Im Jahre 1967 wurde der Steirische Eutergesundheitsdienst, der als Serviceleistung für die steirischen Milchrinderhalter und alle praktizierenden Tierärzte konzipiert war, gegründet.Der Eutergesundheitsdienst war Keimzelle der später auf Vereinsbasis gegründeten Schweine-, Rinder-, Geflügel- und Schafgesundheitsdienste. Um Euterkrankheiten möglichst frühzeitig zu erkennen und damit richtige Behandlungs- und Vorbeugemaßnahmen setzen zu können, arbeitet der Eutergesundheitsdienst eng mit Tierärzten, Landwirten, Molkereien und Zuchtverbänden zusammen. Untersuchungen von Milchproben und umfassende Fortbildungsmaßnahmen tragen zur Qualitätssicherung von Milch und Milchprodukten bei und sollen das Vertrauen der Konsumenten in diese Lebensmittel stärken. Die Aktivitäten und Arbeitsgebiete des als einen der ersten im deutschsprachigen Raum gegründeten Steirischen Eutergesundheitsdienstes haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Standen in den ersten Jahrzehnten vorwiegend die bakteriologische Untersuchung von Milchproben und Antibiotika-Empfindlichkeitsbestimmung von Mastitiserregern aus Bestandsuntersuchungen im Mittelpunkt, so werden in den letzten Jahren vorwiegend durch Landwirte gezogene Einzelkuhproben untersucht. Bei insgesamt zwischen 1993 und 1999 untersuchten 234.436 Milchproben von Kühen, Schafen und Ziegen war Staph. aureus - ein auch lebensmittelhygiensch relevanter Keim - der häufigste Erreger von Euterentzündungen. Die Resistenzsituation (Antibiogramme) der Mastitiserreger wird seit Jahren verfolgt und nach Bezirken ausgewertet, was wertvolle Hinweise auf die erfolgversprechendsten Therapiemaßnahmen gibt. Das Betätigungsfeld des Eutergesundheitsdienstes weitete sich auf folgende Gebiete aus:
Ein Teil dieser Projekte wird in Kooperation mit Instituten und Kliniken der veterinärmedizinischen Universität Wien, mit der Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft in Gumpenstein, mit dem Milchwirtschaftsreferat der Landwirtschaftskammer und dem Milchprüfring Süd durchgeführt. Zukünftige Aufgaben des EGD sind weitere
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Steirischer Rindergesundheitsdienst (RGD) Gegründet: 1992, Organisationsform: Gemeinnütziger Verein Der Tierarzt soll im Rahmen des Rindergesundheitsdienstes durch gezielte Betreuung der Rinderbestände die Produktivität der Betriebe erhöhen, für den Konsumenten die Qualität von Milch und Fleisch, soweit sie durch Aufgabenstellungen des RGD berührt werden, verbessern und die Milch- und Fleischerzeugung in Qualitätssicherungsprogramme integrieren helfen. In folgenden Bereichen sollen durch eine effektive Bestandsbetreuung die gesundheitlichen, hygienischen und wirtschaftlichen Bedingungen in der Nutztierhaltung verbessert werden:
Eine stabile Fruchtbarkeitsleistung ist eine wichtige Voraussetzung für eine wirtschaftliche Milcherzeugung. Die Einflüsse auf die Fruchtbarkeit sind komplex, großteils aber managementbedingt. Planmäßige Vorgangsweisen im Rahmen der tierärztlichen Herdenbetreuung zwischen Abkalbung und Trächtigkeit sind bewährte Managementhilfen. Eutererkrankungen verursachen insgesamt die höchsten
Verluste in der Milchviehhaltung. Der Stoffwechsel von Milchkühen mit hoher Leistung ist großen Belastungen ausgesetzt. Durch routinemäßige tierärztliche Kontrollen von Körperkondition („Body-Condition-Scoring“), Milchleistungsdaten und verfütterten Futterrationen sind Mangel- oder Überversorgungen bei den Hauptnährstoffen zu erkennen. Das vermehrte Auftreten von haltungsbedingten Krankheiten und Schäden in rinderhaltenden Betrieben ist ein sicherer Indikator für nicht tiergerechte Haltungsbedingungen. Der Betreuungstierarzt ist gefordert, die Ursachen derartiger haltungsbedingter (Aufstallung, Stallklima) Krankheiten aufzudecken. Zootechnische Maßnahmen sind aus der heutigen Rinderhaltung kaum noch wegzudenken. Die tradierten Methoden der Kastration und Enthornung waren aus Tierschutzgründen zu überdenken. Möglichst schmerzarme Kastrationsmethoden und Enthornungen unter lokaler Schmerzausschaltung haben diese ersetzt. Die Integration der Milch- und Fleischproduktion
in Qualitätssicherungssysteme
ist ohne klare Regelung des Arzneimitteleinsatzes
(auf Diagnose gestützte
Therapie, kritische Auswahl der Wirkstoffe, richtige Dosierung, nachvollziehbare
Dokumentation, überprüfung des Heilungserfolges) nicht denkbar.
Die im Rahmen des Tiergesundheitsdienstes aufgezeigte Vorgangsweise
regelt
den Arzneimitteleinsatz nach klar definierten, fachlichen Kriterien. |