Leberegel

Die Ursache
Der große Leberegel (Fasciola hepatica) parasitiert in den Gallengängen und verursacht eine Gallengangsentzündung, die mit einer zunehmenden Verdickung der Gallengänge einhergeht. Sichtbare Krankheitszeichen sind selten. Eine verminderte Futteraufnahme, Abmagerung, Mattigkeit und Leistungsminderung treten vor allem in den Wintermonaten auf. 

Entwicklung
Die 1-3 cm langen Leberegel legen in der Leber täglich bis zu 20.000 Eier ab, die über Galle und Kot ausgeschieden werden. Wenn die Eier durch Wasser von Kotpartikeln freigespült werden (Wasserlachen, Kleingewässer, ständig mit Wasser gefüllte Trittspuren im Bereich von unbefestigten Rindertränken oder Bachläufen) schlüpfen Larven, die von Zwergschlammschnecken (Zwischenwirt) aufgenommen werden. Die Zwergschlammschnecke lebt in Feuchtbereichen ganzjährig Wasser führender Gewässer (Bachläufe, offenen Drainagen, Quellen). Nach einer Entwicklung von 10 bis 12 Wochen verlassen die Larven die Schnecke. Durch die Vermehrung Larven-produzierender Schnecken erhöht sich während der Weidesaison das Ansteckungsrisiko für Weiderinder.

Die Infektion
Die Infektion erfolgt durch die Aufnahme von infektiösen Larven mit dem Futter. Aus den aufgenommenen Larven entwickeln sich junge Egellarven, die die Darmwand durchbohren und in die Leber gelangen. Dort wachsen sie innerhalb von 6 bis 8 Wochen zum erwachsenen Leberegel heran, der in die Gallengänge eindringt. Zwischen der Infektion und der Ausscheidung von Leberegeleiern vergehen rund  60 - 80 Tage.
Diagnose: Neben dem Nachweis von Leberegeln im Zuge der Schlachtung und der Kotuntersuchung (Achtung unsicher, weil Eier nicht kontinuierlich ausgeschieden werden) liefert der Nachweis von Antikörpern gegen den Leberegel (ELISA-Test) in Milch oder Blut eine Aussage über die Befallstärke und die Schadwirkung. Tankmilchproben von Mitgliedsbetrieben des Steirischen Tiergesundheitsdienstes wurden in den letzten Wochen auf das Vorhandensein von Fasciola hepatica-spezifischen Antikörpern getestet. Die Ergebnisse wurden den Betrieben schriftlich übermittelt.

 
Bekämpfung:

Zur Tilgung der Leberegelinfektion müssen weidehygienische Maßnahmen, Maßnahmen des Weide- und Futterkonservierungsmanagements sowie medikamentelle Behandlungen kombiniert werden.

Durch die Trockenlegung von feuchten Weiden und die Verrohrung von kleinen Fließgewässern und durch Weiden führenden Drainagegräben wird der Lebensraum der Zwischenwirtschnecke zerstört. Durch das Auszäunen von Bachläufen und wasserführenden Gräben sowie durch das Anlegen von hygienisch einwandfreien Tränken mit Verrohrung des Zu- und Abflusses an einem erhöhten Standplatz wird die Aufnahme von infektiösen Larven vermindert. Der Aufwuchs von mit Zwergschlammschnecken besiedelten Futterflächen sollte nur zur Silagebereitung verwendet werden. Zur Verhinderung von Stallinfektionen darf von mit Zwergschlammschnecken besiedelten Flächen gewonnenes Heu erst nach ausreichend langer Lagerung  (4 – 6 Monate) verfüttert werden.

Für die strategische Bekämpfung und zur Behandlung der chronischen Fasziolose stehen wirksame Medikamente zur Verfügung.  Dabei ist zu beachten, dass die Wirkstoffe die verschiedenen Leberegelstadien (Larven, adulte Leberegel) unterschiedlich gut angreifen. Einige Präparate dürfen bei Milchrindern nicht eingesetzt werden.  Bei Hinweisen auf einen Kontakt oder eine Infektion mit dem großen Leberegel sollten Maßnahmen zur Leberegelbekämpfung getroffen werden.

Lassen Sie sich von Ihrem Betreuungstierarzt über notwendige Maßnahmen zur Leberegelbekämpfung in Ihrem Rinderbestand beraten! Die Leberegelbekämpfung macht sich bezahlt!

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